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Ist unser Leben vorherbestimmt oder konnen wir es kraft unseres freien Willens selbst gestalten?

Immer wieder stellen sich Menschen seit Urzeiten diese Frage und versuchen, eine Antwort darauf zu finden. Seit Jahrzehnten beschaftige ich mich nun mit dem Tarot, und selbstverstandlich trieb auch mich diese Frage um. Hier nun meine Antwort (bei der ich ausdrucklich die wissenschaftliche Betrachtung au?er Acht lassen mochte, ob unser Gefuhl „schneller“ ist als unsere Ratio, wir also bereits reagieren, bevor wir diese Reaktion uberhaupt durchdenken konnten):

Ja - es gibt Schicksal! Und: Ja, es gibt den freien Willen!

Ein Gutsherr wollte verreisen und rief seine Knechte, um diesen seine Guter zu ubergeben. Dem einen Knecht gab er funf Talente, dem anderen zwei, dem dritten jedoch nur ein Talent, entsprechend den Fahigkeiten und der Kraft der Manner.

Der Gutsherr verreiste. Wahrenddessen verdoppelten die Knechte, welche funf und zwei Talente empfangen hatten, das anvertraute Geld. Der dritte Knecht aber hatte Angst vor seinem Herrn. Aus Furcht davor, Fehler zu machen, vergrub er das Talent, um es seinem Herrn nach dessen Ruckkehr sicher und wohlbehalten ubergeben zu konnen. Nach langer Zeit kam der Herr von seiner Reise zuruck und rief seine Knechte herbei. Erfreut uber den Umgang mit den Talenten, lobte er jene Manner, welche diese verdoppelt hatten. Der dritte Knecht aber bekam einen Tadel. Der Herr nahm ihm das ihm anvertraute Talent weg und gab es demjenigen, der zehn Talente gesammelt hatte. Zu guter Letzt kundigte er dem dritten Knecht und warf ihn vor die Tur.

Anhand dieses – wenn auch ungerecht anmutenden - Gleichnisses ist leicht nachvollziehbar, wie Schicksal und freier Wille zueinander in Verbindung stehen. Es ist Schicksal, also nicht beeinflussbar, dass der eine Knecht funf Talente erhalten hatte, der andere nur eines. Der freie Wille der Knechte jedoch entschied uber den Umgang mit den Talenten.

Anhand dieses – wenn auch ungerecht anmutenden - Gleichnisses ist leicht nachvollziehbar, wie Schicksal und freier Wille zueinander in Verbindung stehen. Es ist Schicksal, also nicht beeinflussbar, dass der eine Knecht funf Talente erhalten hatte, der andere nur eines. Der freie Wille der Knechte jedoch entschied uber den Umgang mit den Talenten.

Im Gegensatz zu allen anderen Lebewesen ist der Mensch mit einem freien Willen ausgestattet, der ihm erlaubt, sein Schicksal durch die Kraft der Entscheidung zu lenken. Er ist in der Lage, seine Talente (die durchaus folgerichtig in den heutigen Sprachgebrauch als „Fahigkeiten“ ubergegangen sind!) entsprechend zu nutzen oder diese brachliegen zu lassen. Schicksal ist mit dem aus dem Buddhismus bekannten Karma verwandt. Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung, welches besagt, dass jedes Wort und jede Tat Konsequenzen nach sich ziehen. Was wir denken, sagen und tun, konnen wir kraft unseres freien Willens beeinflussen. Zwar sind wir nicht immer in der Lage, die Geschehnisse des Lebens zu steuern, die Reaktion darauf ist uns jedoch uberlassen.

Gleichgultig, wie wir in der Gegenwart agieren oder auf Ereignisse reagieren:
Immer legen wir damit einen Grundstein fur zukunftige Entwicklungen. Empfinden wir uns als Opfer der Umstande, mogen sich unser freier Wille und die damit verbundene Entscheidungsfahigkeit verbergen, und wir hadern womoglich mit unserem Schicksal. - Sicher kennen wir alle solche Momente!

Clara


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